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Ex-Charteryacht kaufen: Schnäppchen oder Risiko?

Aktualisiert am · Redaktion yachtkaufen.com

Wer eine Ex-Charteryacht kaufen möchte, bekommt oft ein junges, voll ausgerüstetes Boot zu einem Preis, für den es privat gesegelt deutlich älter wäre. Der Haken: Charteryachten werden in wenigen Jahren so intensiv genutzt wie Privatboote in Jahrzehnten, von wechselnden Crews mit sehr unterschiedlicher Erfahrung. Ob ein Ex-Charterboot ein Schnäppchen oder ein Risiko ist, entscheidet sich daher nicht am Modell, sondern am einzelnen Schiff. Dieser Ratgeber erklärt, woher die Boote kommen, wo sie typischerweise verschleißen, wie Sie die Charterhistorie lesen und was steuerlich zu beachten ist.

Woher Ex-Charteryachten kommen

Der Chartermarkt funktioniert nur, weil Tausende privater Eigner ihre Schiffe einem Flottenbetreiber überlassen. Laut YACHT gehört nur ein Bruchteil der Yachten in den Stützpunkten den Charterfirmen selbst. Die übrigen stecken in sogenannten Kaufcharter- oder Management-Programmen: Ein Käufer erwirbt eine neue Yacht und gibt sie für eine feste Laufzeit in die Flotte. Am Ende dieser Laufzeit kommt das Boot zurück zum Eigner – und landet sehr oft auf dem Gebrauchtmarkt.

Für Sie als Käufer gibt es damit zwei Wege:

  1. Sie kaufen eine Charteryacht gebraucht, also nach Ende des Programms, vom Eigner, über einen Makler oder über die Brokerage-Abteilung des Flottenbetreibers.
  2. Sie steigen selbst in ein Programm ein und kaufen eine neue Yacht, die zunächst einige Jahre verchartert wird.

Der zweite Weg ist kein Gebrauchtkauf im engeren Sinn, prägt aber den Zustand fast aller Ex-Charterboote. Wer die Programme versteht, kann die Boote danach besser einschätzen.

Charter-Management-Yacht kaufen: So funktionieren die Programme

Die großen Flottenbetreiber bieten verschiedene Modelle an. Die Details unterscheiden sich, das Grundprinzip ist gleich: Der Betreiber übernimmt Vermarktung, Wartung, Versicherung und Liegeplatz, der Eigner bekommt Einnahmen und eigene Segelwochen.

Garantiertes Einkommen. Bei The Moorings kauft der Eigner eine Yacht aus dem Bestand des Unternehmens und verleast sie an den Betreiber. Nach Angaben des Unternehmens laufen die Verträge typischerweise fünf bis sechs Saisons. Der Eigner erhält ein festes monatliches Einkommen, das Moorings mit 8 % des Kaufpreises angibt – unabhängig davon, wie oft sein Boot tatsächlich gechartert wird. Er kann bis zu zwölf Wochen im Jahr segeln, auch auf Schwesterschiffen in anderen Revieren. Finanziert wird der Kauf laut Moorings mit 20 bis 50 % Anzahlung über Leasing oder Kredit.

Kaufoption. In einigen Revieren bietet Moorings ein Modell an, bei dem der Eigner zu Beginn 45 % des Listenpreises zahlt und kein laufendes Einkommen erhält. Am Ende kann er gegen weitere 20 % das Eigentum übernehmen oder sich 20 % auszahlen lassen und aussteigen.

Erlösbeteiligung. Dream Yacht bietet neben einem Garantieprogramm ein "Performance Program" an, bei dem die Yacht als Geschäftsbetrieb läuft und die Einnahmen von der Charterauslastung abhängen. Das Boot muss dabei mindestens zehn Wochen im Jahr für Charter verfügbar sein. Die Laufzeiten im Chartereinsatz gibt das Unternehmen mit bis zu sechs bis sieben Jahren an.

Was am Ende passiert. Bei beiden Anbietern kann der Eigner das Boot nach Programmende behalten, verkaufen oder bei Moorings gegen ein neues eintauschen. Moorings nennt für den Verkauf über die eigene Brokerage eine Standardprovision von 10 % und listet Boote bereits im letzten Programmjahr. Dream Yacht empfiehlt, sich sechs bis zwölf Monate vor Programmende zu melden. Vor der Übergabe durchläuft das Boot bei beiden eine "Phase-out"-Wartung, die es in einen vereinbarten Zustand bringen soll.

Was das für Käufer bedeutet

Aus diesen Programmen ergeben sich zwei praktische Folgen. Erstens kommen viele Boote eines Modells und Baujahrs gleichzeitig auf den Markt, nämlich dann, wenn eine Flottengeneration ausläuft. Das erhöht die Auswahl und kann die Preise drücken. Zweitens hängt viel von der Qualität der Phase-out-Wartung ab: Was dort ersetzt wurde und was nur gereinigt, sollte schriftlich dokumentiert sein.

Die Programme haben auch Risiken für Eigner. Die YACHT verwies 2014 auf spektakuläre Pleiten einzelner Anbieter, damals zuletzt Ecker Yachting. Für Sie als späteren Käufer ist das vor allem relevant, wenn Wartungsunterlagen eines insolventen Betreibers fehlen.

Charteryacht gebraucht: Vor- und Nachteile

Für eine Ex-Charteryacht spricht einiges:

  • Junges Baujahr. Die Boote kommen in der Regel nach wenigen Jahren aus dem Programm und sind damit konstruktiv auf aktuellem Stand.
  • Vollständige Ausrüstung. Moorings betont etwa, seine Yachten seien voll ausgerüstet und speziell für den Chartereinsatz ausgelegt. Beiboot, Bimini, Elektronik und Sicherheitsausrüstung sind meist an Bord.
  • Professionelle Wartung. Laut Dream Yacht führen die Basisteams Wartungspläne und detaillierte Protokolle. Laufende Wartung, Reinigung und Haul-outs übernimmt bei Moorings der Betreiber nach Flottenstandard.
  • Bekannte Modelle. Viele Käufer kennen den Typ aus dem eigenen Charterurlaub. Laut YACHT steigt ein Boot in der Gunst von Käufern, wenn sie es schon einmal gechartert haben.

Dagegen stehen klare Nachteile:

  • Hohe Nutzung. Yachting Monthly schreibt, eine Charteryacht erleide trotz regelmäßiger Wartung ein Vielfaches – die Zeitschrift spricht vom Zehnfachen – des Verschleißes eines privat genutzten Boots.
  • Charterlayout. Flottenboote sind für den Chartereinsatz konfiguriert. Prüfen Sie, ob Kabinenaufteilung und Stauraum zu Ihrer eigenen Nutzung passen.
  • Ausstattung nach Flottenstandard. Segel, Polster und Elektronik sind auf Robustheit und Preis ausgelegt, nicht auf Leistung. Die YACHT bemängelt etwa minderwertige Segeltuche, die manche Werften als Standard liefern.
  • Standort. Viele Boote liegen nach Programmende im Mittelmeer oder in der Karibik. Überführung, Zoll und Steuer kommen dann zum Kaufpreis hinzu.

Typische Verschleißpunkte

Eine Leserumfrage der YACHT mit knapp 700 Teilnehmern zeigt, wo Charteryachten am häufigsten Probleme machen. Sie ist für Käufer ein guter Startpunkt, weil sie die Systeme benennt, die im Flottenbetrieb am stärksten leiden.

Toiletten und Fäkalientanks lagen auf Platz eins. Ursache ist laut YACHT oft ein nachlässiger Austausch von Verschleißteilen und Schläuchen. Prüfen Sie Pumpen, Ventile, Geruch und den Zustand der Leitungen; ein Austausch aller Schläuche ist nach einem Charterleben kein Luxus.

Segel folgen auf Platz zwei. Ein Satz Rollsegel sieht laut YACHT in windigen Revieren oft schon in der Mitte der zweiten Saison nicht mehr gut aus: zu tiefe, gewanderte Profile, ausgeleierte Lieken, Scheuerstellen an den Salingen. Bei einem Boot nach fünf oder mehr Saisons sollten Sie neue Segel einplanen, sofern sie nicht schon ersetzt wurden. Hinweise zu Kosten gibt der Ratgeber Rigg erneuern Kosten.

Luken und Fenster waren ebenfalls weit vorn. Undichtigkeiten fallen oft erst auf, wenn Wasser hinter Verkleidungen gelaufen ist. Achten Sie auf Wasserränder, aufgequollenes Holz und Stockflecken unter Fenstern und in Schränken.

Bordbatterien sind ein Klassiker: Sie werden im Charterbetrieb häufig tief entladen. Fragen Sie nach dem Alter der Batteriebank und lassen Sie die Kapazität prüfen.

Darüber hinaus gehören bei jedem Ex-Charterboot diese Punkte auf die Liste:

  • Kiel und Ruder: Grundberührungen kommen im Charter vor und werden nicht immer gemeldet. Kielbolzen, Kiel-Rumpf-Verbindung, Bodengruppe und Ruderlager müssen im ausgekranten Zustand geprüft werden.
  • Motor und Saildrive: Betriebsstunden, Wartungsnachweise, Zustand von Saildrive-Manschette und Propeller. Wie Sie Motorstunden einordnen, steht unter Bootsmotor Betriebsstunden.
  • Rumpf und Gelcoat: Schrammen an Bug und Heck vom Anlegen, reparierte Stellen, Feuchtigkeit im Laminat. Bei Verdacht auf Blasenbildung hilft der Ratgeber Osmose Boot.
  • Winschen, Blöcke, Fallen: intensive Nutzung, oft wenig Pflege zwischen den Wechseln.
  • Innenausbau: Polster, Scharniere, Schubladen und Bodenbretter zeigen die Zahl der Crews am deutlichsten. Optisch ist das reparabel, im Preis sollte es sich aber niederschlagen.

Eine ausführliche allgemeine Prüfliste finden Sie in der Gebrauchtboot kaufen Checkliste.

Gutachten: unverzichtbar

Bei einer Ex-Charteryacht ist ein unabhängiges Gutachten Pflicht, nicht Kür. Yachting Monthly rät ausdrücklich, nie ein Ex-Charterboot ohne gründliches, detailliertes Survey zu kaufen. Selbst The Moorings sieht in seinen Verträgen für die Programmeigner eine Option auf ein unabhängiges Survey vor der Übergabe vor. Was für den Eigner gilt, der das Boot jahrelang kennt, gilt für einen Fremdkäufer erst recht.

Das Gutachten sollte das Boot an Land und im Wasser umfassen, inklusive Probefahrt unter Motor und unter Segeln. Lassen Sie den Gutachter ausdrücklich auf Spuren von Grundberührungen, Reparaturen nach Kollisionen und Feuchtigkeit im Laminat achten. Bei Katamaranen gehören beide Rümpfe, die Brückendeckunterseite und beide Antriebe dazu. Wie Sie einen geeigneten Sachverständigen finden, erklärt der Ratgeber Bootsgutachter.

Ein Tipp für den Zeitpunkt: Liegt das Boot noch in der Flotte, ist es zwischen den Charterwochen oft nur kurz verfügbar. Vereinbaren Sie den Termin für Kranen und Probefahrt verbindlich, bevor Sie anreisen.

Die Charterhistorie lesen

Der Wert eines Ex-Charterboots steckt zu einem großen Teil in seinen Unterlagen. Verlangen Sie vor einer Kaufentscheidung:

  • Wartungsprotokolle der Basis: Motorservice, Riggchecks, Haul-outs, Antifouling. Laut Dream Yacht führen die Basisteams detaillierte Logs, fragen Sie also gezielt danach.
  • Schadens- und Reparaturberichte: Grundberührungen, Kollisionen, Versicherungsfälle. Laut Moorings werden Schäden durch Chartergäste über die Versicherung und Kautionen abgewickelt – das heißt auch, dass es dazu Unterlagen gibt.
  • Liste der ersetzten Teile: Segel, Batterien, Polster, Elektronik, Persenninge. Was im Phase-out erneuert wurde, sollte mit Datum und Rechnung belegt sein.
  • Stützpunkt und Revier: Ein Boot aus einem Starkwindrevier wird anders beansprucht als eines aus einem ruhigen Revier; Boote aus tropischen Revieren sind starker UV-Strahlung ausgesetzt.
  • Auslastung: Wie viele Wochen war das Boot pro Saison verchartert? Bei Erlösbeteiligungsprogrammen zeigen die Eignerabrechnungen das recht genau.
  • Eignerdokumente: Kaufrechnung der Werft oder des Händlers, Konformitätserklärung und Eignerhandbuch. Charteryachten, die in der EU für Freizeitzwecke in Verkehr gebracht wurden, fallen unter die Sportbootrichtlinie; Hintergründe dazu unter Ce Kategorie Boot.

Lückenhafte Unterlagen müssen kein Ausschlusskriterium sein, gehören aber in die Preisverhandlung. Ein Boot mit vollständiger Historie ist im Zweifel das bessere Geschäft als ein billigeres ohne.

Mehrwertsteuer und Zoll

Bei Ex-Charteryachten ist der Steuerstatus wichtiger als bei vielen Privatbooten, weil die Boote häufig im Ausland liegen und gewerblich genutzt wurden. Einige Programme werben ausdrücklich mit steuerlichen Vorteilen, wenn der Eigner das Boot als Geschäftsbetrieb führt.

Boote in der EU. Nach Angaben des ADAC muss für jedes Wassersportfahrzeug, das dauerhaft in der EU genutzt wird, mindestens einmal in einem EU-Mitgliedstaat Umsatzsteuer entrichtet worden sein. Als Nachweis gelten meist die Händlerrechnung mit ausgewiesener Umsatzsteuer oder eine Bescheinigung von Hersteller oder Lieferant. Wurde das Boot über ein Unternehmen gekauft und verchartert, klären Sie mit dem Verkäufer und einem Steuerberater, wie der Verkauf an Sie umsatzsteuerlich zu behandeln ist. Mehr dazu im Ratgeber Mehrwertsteuer Nachweis Boot.

Boote außerhalb der EU. Viele Flotten liegen in der Karibik, etwa auf den British Virgin Islands. Wer ein solches Boot nach Deutschland holt, führt es ein. Laut ADAC setzen sich die Einfuhrabgaben je nach Art und Größe des Boots aus 1,7 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer zusammen. Der Zoll kann entfallen, wenn das Boot nachweislich in einem Land mit Zollpräferenzabkommen gebaut wurde; dafür sind eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 und ein Herstellernachweis der Werft nötig. Ein Alter, ab dem keine Einfuhrabgaben mehr anfallen, gibt es laut ADAC nicht.

Rückkehr in die EU. War ein in der EU versteuertes Boot länger als drei Jahre durchgehend außerhalb der EU, gilt es laut ADAC nicht mehr automatisch als abgabenfreie Rückware. Bei Charterbooten aus Revieren wie der Türkei lohnt deshalb die Frage, wann das Boot die EU verlassen hat.

Seit April 2026 gibt es eine Guidance Note der EU-Kommission zu Zoll- und Steuerfragen bei Sportbooten. Laut ADAC schafft sie mehr Klarheit, löst aber das Problem fehlender Unterlagen nicht, und die Praxis kann zwischen den Mitgliedstaaten weiter variieren. Für Boote außerhalb der EU lohnt zusätzlich der Blick in den Ratgeber Boot im Ausland kaufen.

Überführung und Finanzierung einplanen

Liegt das Boot in Kroatien, Griechenland oder der Karibik, kommen zum Kaufpreis die Kosten für die Überführung oder den Transport. Kalkulieren Sie diese vor dem Angebot; Anhaltspunkte liefert der Ratgeber Boot Überführung Kosten.

Für die Finanzierung gelten bei Ex-Charterbooten dieselben Grundsätze wie bei anderen Gebrauchtbooten, und ein aktuelles Gutachten hilft auch im Gespräch mit der Bank. Hinweise dazu unter Boot finanzieren. Wer einen Ex-Charter-Katamaran ins Auge fasst, findet Preisorientierung im Ratgeber Katamaran Preis.

Auch Motorboote kommen aus der Charter

Ex-Charter ist nicht nur ein Thema für Segler. Moorings bietet sein Programm auch für Motorkatamarane an. Wer eine gebrauchte Motoryacht kaufen möchte, sollte deshalb auch bei Modellen wie der Princess V40 kaufen oder der Fairline Targa kaufen fragen, ob das Boot jemals gewerblich vermietet wurde. Eine kurze Frage im Kaufgespräch und ein Blick in die Rechnungen schaffen Klarheit.

Fazit: Schnäppchen oder Risiko?

Eine Ex-Charteryacht ist weder automatisch ein Schnäppchen noch automatisch ein Risiko. Gute Boote kommen aus seriösen Programmen mit dokumentierter Wartung, ehrlichem Phase-out und klarer Steuerlage. Schlechte Boote erkennen Sie an fehlenden Protokollen, frischer Kosmetik über alten Schäden und ausweichenden Antworten zu Grundberührungen. Wer ein Gutachten macht, die Charterhistorie liest und Folgekosten für Segel, Polster und Batterien einpreist, kann viel Boot für sein Geld bekommen.

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Häufige Fragen

Lohnt es sich, eine Ex-Charteryacht zu kaufen?

Das kann sich lohnen, wenn Zustand und Preis zusammenpassen. Ex-Charteryachten sind meist jung, vollständig ausgerüstet und professionell gewartet, haben aber deutlich mehr Nutzung hinter sich als ein privat gesegeltes Boot gleichen Alters. Entscheidend sind eine lückenlose Wartungshistorie und ein unabhängiges Gutachten.

Wie alt sind Charteryachten, wenn sie verkauft werden?

Das hängt vom Vertrag zwischen Eigner und Flottenbetreiber ab. The Moorings nennt für sein Guaranteed-Income-Programm typischerweise fünf bis sechs Saisons, Dream Yacht spricht von bis zu sechs bis sieben Jahren im Chartereinsatz. Danach behält der Eigner das Boot oder verkauft es, häufig über die Brokerage des Betreibers.

Was ist ein Charter-Management-Programm?

Der Käufer erwirbt eine meist neue Yacht und überlässt sie für einige Jahre einem Flottenbetreiber, der sie verchartert, wartet, versichert und den Liegeplatz bezahlt. Im Gegenzug erhält der Eigner je nach Modell ein festes Einkommen oder einen Anteil an den Chartererlösen sowie eigene Nutzungswochen.

Welche Schäden sind bei Charteryachten typisch?

In einer Umfrage der YACHT unter knapp 700 Lesern lagen Toiletten und Fäkalientanks auf Platz eins der Defekte, gefolgt von ausgelutschten Segeln. Häufig genannt wurden auch undichte Luken und Fenster sowie schwache Bordbatterien. Beim Kauf gehören zusätzlich Kiel, Ruder, Motor und Rigg auf den Prüfstand.

Muss ich bei einer Ex-Charteryacht Mehrwertsteuer zahlen?

Das hängt davon ab, wo das Boot liegt und wer verkauft. Für ein Boot, das dauerhaft in der EU genutzt wird, muss mindestens einmal in einem EU-Staat Umsatzsteuer entrichtet worden sein. Liegt die Yacht außerhalb der EU, etwa in der Karibik, fallen bei der Einfuhr nach Deutschland je nach Boot 1,7 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer an.

Brauche ich bei einer Ex-Charteryacht einen Gutachter?

Ja. Yachting Monthly schätzt, dass eine Charteryacht trotz regelmäßiger Wartung ein Vielfaches des Verschleißes eines privat genutzten Boots erleidet, und rät, nie ohne gründliches Gutachten zu kaufen. The Moorings sieht für seine Programmeigner vor der Übergabe ausdrücklich die Option eines unabhängigen Surveys vor.

Wo werden Ex-Charteryachten verkauft?

Viele Flottenbetreiber haben eigene Brokerage-Abteilungen, die Boote zum Ende der Programmlaufzeit vermarkten. Dazu kommen Makler und Privatverkäufe, wenn Eigner ihr Boot nach dem Programm zunächst selbst nutzen und später weiterverkaufen.

Quellen

  1. Guaranteed Income Program – The Moorings Yacht Ownership, abgerufen am 2.10.2026
  2. Option to Purchase Program – The Moorings Yacht Ownership, abgerufen am 2.10.2026
  3. Yacht Ownership Program – The Moorings Yacht Ownership, abgerufen am 2.10.2026
  4. Yacht Ownership Programs – Dream Yacht Sales & Ownership, abgerufen am 2.10.2026
  5. Kaufcharter-Modelle: Irrsinn oder Alternative? – YACHT, abgerufen am 2.10.2026
  6. Charter: Die Top 10 der Schäden auf Charteryachten – YACHT, abgerufen am 2.10.2026
  7. Gebrauchtbootkauf: Neu, gebraucht oder gechartert – das gibt es zu bedenken – YACHT, abgerufen am 2.10.2026
  8. How to buy a boat: your guide to buying a yacht – Yachting Monthly, abgerufen am 2.10.2026
  9. Steuer & Zoll: Einfuhr eines Bootes in die EU – ADAC Skipper, abgerufen am 2.10.2026
  10. Neuer EU-Leitfaden zu Sportbooten: Unionswarenstatus und Mehrwertsteuernachweis – ADAC Skipper, abgerufen am 2.10.2026
  11. Richtlinie 2013/53/EU über Sportboote und Wassermotorräder – EUR-Lex, abgerufen am 2.10.2026