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Wer einen Motorsegler kaufen möchte, sucht ein Boot, das unter Segeln und unter Motor gleichermaßen zuverlässig vorankommt, mit trockenem Innensteuerstand, viel Raum und großer Reichweite. Über diesem Text stehen die aktuellen Inserate privater Eigner. Hier lesen Sie, was einen Motorsegler ausmacht, wie er sich von einer Decksalonyacht unterscheidet, welche Werften den Markt prägen und worauf Sie beim Kauf achten sollten.

Was ist ein Motorsegler?

Im Sportbootbereich bezeichnet man als Motorsegler, oft auch „Fifty-Fifty“ genannt, Yachten, die unter Motor und unter Segeln zufriedenstellend fahren. Der Motor ist also nicht nur Hilfsantrieb, und die Besegelung nicht nur Stützsegel. In der englischen Fachliteratur wird das Verhältnis von Segel- zu Motorleistung beschrieben:

  • 30/70: kleiner Segelplan, großer Motor. Diese Boote fahren überwiegend unter Maschine.
  • 50/50: Segel und Motor liefern vergleichbaren Vortrieb, ein seetüchtiger Kompromiss für längere Strecken.
  • 70/30: kräftiges Rigg und Ballast, der echtes Segeln erlaubt, trotz großer Tanks für Diesel und Wasser.

Typisch für eine Motorsegler Yacht sind ein festes Deckshaus mit Innensteuerstand, ein großer Einbaudiesel, häufig ein Verstellpropeller und ein geteiltes Rigg als Ketsch, Yawl oder Schoner. Die geteilte Segelfläche ist leichter zu handhaben und lässt sich bei viel Wind besser ausbalancieren. Die Vorteile: mehr Innenraum, mehr Komfort, verlässliches Vorankommen und einfache Bedienung mit kleiner Crew. Der Preis dafür sind Segeleigenschaften, die mit einer reinen Segelyacht nicht mithalten. Je schneller ein Motorsegler Boot unter Maschine fahren soll, desto mehr ähnelt sein Rumpf einem Motorboot, was wiederum zulasten der Segeleigenschaften geht.

Motorsegler oder Decksalonyacht?

Seit den 1990er Jahren verschwimmen die Grenzen. Segelyachten bekommen immer stärkere Motoren, und mit der Decksalonyacht ist ein eigener Typ entstanden: eine Segelyacht mit erhöhtem Salon und großen Fenstern, die wie eine Fahrtenyacht segelt, aber Licht und Wetterschutz eines Motorseglers bietet.

Wer eine Decksalon Segelyacht kaufen möchte, sollte sich fragen, wie viel er wirklich segelt. Wer bei wenig Wind lieber den Motor startet und Wert auf einen beheizten Innensteuerstand legt, ist mit einem klassischen Motorsegler gut bedient. Wer überwiegend segelt und vor allem den hellen Salon schätzt, findet in einer Decksalonyacht den besseren Kompromiss. Für längere Seestrecken lohnt ein Blick auf die Entwurfskategorie, siehe Ce Kategorie Boot.

Werften und Modelle

  • Nauticat: Der finnische Segler und Ingenieur Pentti Siltala gründete die Werft 1961. In gut 50 Jahren entstanden mehr als 3.000 Yachten in mehr als zehn Modellen von 33 bis 53 Fuß, darunter die klassischen Ketsch-Motorsegler. 2018 ging Nauticat Yachts Oy in Insolvenz; seit 2022 führen lettische Unternehmer die Marke weiter, gebaut wird in Lettland. Zur aktuellen Palette gehören die Motorsegler 331, 441, 525 und 38. Das bekannteste kleine Modell finden Sie unter Nauticat 33 kaufen.
  • Sirius-Werft: Der Familienbetrieb aus Plön wurde 1971 von Peter Schmidt gegründet und hat sich auf Decksalonyachten spezialisiert. Mehr als 750 Yachten wurden ausgeliefert; die Modellpalette umfasst die Sirius 310 DS (9,30 m), die 35 DS (10,60 m) und die 40 DS (11,99 m), wahlweise mit Kimm- oder Schwenkkiel.
  • Moody: Die britische Traditionsmarke gehört heute zur HanseYachts AG und baut eine Reihe von Decksalonyachten, etwa die Moody 41 DS.

Führerschein und Anmeldung

Weil Motorsegler fast immer einen kräftigen Einbaumotor haben, gelten die Regeln für motorisierte Sportboote:

  • Binnen: Auf Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes ist für Sportboote unter 20 m Länge mit mehr als 11,03 kW (15 PS) Motorleistung der Sportbootführerschein Binnen Pflicht, bei Elektromotoren ab 7,5 kW.
  • See: Auf Seeschifffahrtsstraßen gilt dieselbe Grenze von 11,03 kW für den Sportbootführerschein See, ohne Längenbegrenzung.
  • Bodensee: Ab mehr als 4,4 kW Motorleistung ist das Bodenseeschifferpatent A nötig, bei mehr als 12 m² Segelfläche zusätzlich Kategorie D. Segelboote mit Motor sind auf dem Bodensee zulassungspflichtig, und neue oder getauschte Motoren müssen die Abgasstufe 2 erfüllen.
  • Kennzeichen: Auf Binnenschifffahrtsstraßen sind nur Boote mit Motoren bis 2,21 kW von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen; ein Motorsegler braucht also ein Kennzeichen.

Wie die Anmeldung funktioniert, erklärt Boot anmelden; was der Schein kostet, steht unter Sportbootführerschein Kosten.

Motorsegler gebraucht: diese Punkte prüfen

Viele Motorsegler auf dem Markt sind älter, oft liebevoll gepflegt, manchmal aber auch lange gelegen. Bei einem Motorsegler gebraucht verdient die Maschine besondere Aufmerksamkeit, denn sie ist hier Hauptantrieb:

  1. Motor: Betriebsstunden, Wartungsbelege, Kaltstart. Das Öl sollte honigfarben sein, nicht schwarz. Die YACHT nennt ein Spiel der Wellenlagerung von bis zu 0,5 mm als noch akzeptabel. Mehr unter Bootsmotor Betriebsstunden.
  2. Tanks und Leitungen: Diesel- und Wassertanks auf Korrosion und Ablagerungen prüfen, Schläuche auf Risse.
  3. Deckshaus und Fenster: Große Fenster im Aufbau sind eine typische Quelle für Undichtigkeiten. Achten Sie auf Wasserflecken im Innenausbau.
  4. Rumpf: Feuchtemessung am Unterwasserschiff. Eine Osmose-Sanierung kostet laut YACHT bei einem Zehn-Meter-Boot rund 10.000 Euro, Hintergründe unter Osmose Boot.
  5. Rigg: Bei einer Ketsch gibt es zwei Masten und entsprechend mehr stehendes Gut. Wanten und Stagen sollten etwa alle zehn Jahre erneuert werden, siehe Rigg erneuern Kosten.
  6. Teakdeck: Viele ältere Motorsegler haben Teak an Deck. Eine Erneuerung kann 1.000 Euro und mehr pro Quadratmeter kosten, siehe Teakdeck erneuern Kosten.
  7. Elektrik: Lose Kabel und veraltete Sicherungen sind bei älteren Booten häufig. Fragen Sie nach dem Zustand der Batterien und der Ladetechnik.

Bestehen Sie auf einer Probefahrt unter Motor und unter Segeln. Ein Bootsgutachter kostet nach Angaben der YACHT meist nicht mehr als 1.000 bis 2.000 Euro. Einen Überblick über Anschaffung und laufende Ausgaben gibt Was kostet ein Segelboot.

Motorsegler direkt vom Eigner

Alle Motorsegler auf dieser Seite werden von privaten Eignern angeboten. Fragen Sie nach Wartungsheft, Rechnungen und den Revieren, in denen das Boot unterwegs war. Ist das passende Boot gerade nicht dabei, hinterlegen Sie unter Boot gesucht einen Suchauftrag. Alle Bootstypen finden Sie unter Yacht kaufen.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Motorsegler von einer Segelyacht mit Motor?

Bei einer Segelyacht ist der Motor ein Hilfsantrieb. Ein Motorsegler soll unter Motor und unter Segeln gleichermaßen zufriedenstellend fahren. Typisch sind ein festes Deckshaus mit Innensteuerstand, ein kräftiger Einbaudiesel und große Tanks.

Brauche ich für einen Motorsegler einen Führerschein?

Meist ja. Liegt die Motorleistung über 11,03 kW (15 PS), ist auf Binnenschifffahrtsstraßen der Sportbootführerschein Binnen und auf Seeschifffahrtsstraßen der Sportbootführerschein See nötig. Auf dem Bodensee brauchen Sie bei mehr als 4,4 kW das Patent A und bei mehr als 12 m² Segelfläche zusätzlich das Patent D.

Ist ein Motorsegler gebraucht schwer wieder zu verkaufen?

Der Käuferkreis ist kleiner als bei Serien-Segelyachten, dafür sind gepflegte Boote bekannter Werften gezielt gesucht. Wartungsbelege für Motor, Rigg und Elektrik helfen beim Wiederverkauf am meisten.

Was ist eine Decksalonyacht?

Eine Segelyacht mit erhöhtem Salon, durch dessen Fenster man im Sitzen nach draußen sieht. Sie segelt meist wie eine normale Fahrtenyacht, bietet aber mehr Licht und Wetterschutz. Viele haben einen Innensteuerstand, aber nicht alle.

Quellen

  1. Motorsegler (Wasserfahrzeug) – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  2. Motorsailer – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  3. Nauticat – About – Nauticat Yachts SIA, abgerufen am 2.10.2026
  4. Nauticat Yachts – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  5. Sirius-Werft – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  6. Moody Sailing Yachts – HanseYachts AG, abgerufen am 2.10.2026
  7. Sportbootführerscheine – ELWIS / Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, abgerufen am 2.10.2026
  8. KlFzKV-BinSch § 1 – Kennzeichnung von Kleinfahrzeugen – ELWIS, abgerufen am 2.10.2026
  9. Bodenseeschifferpatent – Landratsamt Bodenseekreis, abgerufen am 2.10.2026
  10. Bootszulassung – Zulassung – Landratsamt Bodenseekreis, abgerufen am 2.10.2026
  11. Buying a used boat: Own inspection or surveyor? – YACHT, abgerufen am 2.10.2026