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Außenborder kaufen – gebrauchte Bootsmotoren

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Wer einen Außenborder kaufen will, findet in den Inseraten über diesem Text gebrauchte Motoren privater Verkäufer: vom leichten Viertakter für das Beiboot über den führerscheinfreien 15-PS-Motor bis zum großen Antrieb für Sport- und Angelboote. Hier lesen Sie, welche Leistungsklassen es gibt, welche Regeln für Führerschein, Kennzeichen und Abgas gelten und wie Sie einen Außenborder gebraucht so prüfen, dass Sie keine teure Überraschung erleben.

Leistungsklassen und Einsatzbereiche

Serienmäßige Außenbordmotoren decken heute ein Spektrum von etwa 1,8 kW (2,5 PS) bis 441 kW (600 PS) ab. Für die Suche hilft eine grobe Einteilung:

  • Kleinmotoren bis 6 PS treiben Dingis, Schlauchboote und kleine Angelboote an. Viele haben einen eingebauten Tank, Seilzugstarter und Pinnensteuerung. Im BOOTE-Vergleich von fünf 6-PS-Viertaktern wogen die Motoren rund 25 bis 27 kg und eigneten sich für Boote zwischen drei und fünf Metern.
  • Mittlere Klasse um 15 bis 30 PS bringt offene Boote und Schlauchboote mit zwei Personen ins Gleiten. Die getesteten 20-PS-Motoren von Honda, Mercury, Suzuki, Tohatsu und Yamaha sind Zweizylinder; bis auf den Yamaha lagen alle unter 50 kg. Der 15-PS-Motor ist für viele Käufer die interessanteste Größe, weil er führerscheinfrei bleibt.
  • Große Außenborder mit Elektrostarter, Fernschaltung und Powertrimm treiben Sportboote und Daycruiser an. Yamaha bietet seit 2018 V8-Motoren mit bis zu 331 kW (450 PS).
  • Elektro-Außenborder sind dort gefragt, wo Verbrennungsmotoren verboten sind. Bekannte Anbieter sind Torqeedo und Minn Kota.

Marken auf dem Gebrauchtmarkt

Den Markt prägen japanische Hersteller. Yamaha, Suzuki, Honda und Tohatsu finden Sie in praktisch jeder Leistungsklasse. Mercury ist der einzige große US-Hersteller, der überlebt hat; Johnson und Evinrude sind vom Markt verschwunden, ihre Motoren tauchen aber gebraucht noch auf. Mehrere Modelle sind baugleich: Tohatsu fertigt kleinere Mercury-Motoren bis 30 PS, und der Mercury F20 EFI teilt Hubraum und Technik mit dem Tohatsu. Der Honda BF20 ist baugleich mit seinem führerscheinfreien 15-PS-Bruder. Für Sie heißt das: Ersatzteile sind oft markenübergreifend zu bekommen, und ein günstigerer Zwilling kann die gleiche Technik bieten.

Schaftlänge, Zweitakt oder Viertakt

Bevor Sie einen Bootsmotor kaufen, messen Sie die Spiegelhöhe Ihres Boots. Kurzschaft (15 Zoll, ca. 38 cm) passt an typische Motorboote und Schlauchboote, Langschaft (20 Zoll, ca. 51 cm) an höhere Spiegel. Segelboote mit hohem Heck brauchen oft Ultralangschaft mit 25 oder 30 Zoll. Ein Motor mit falschem Schaft verschlechtert die Fahreigenschaften deutlich.

Ältere Vergaser-Zweitakter sind leicht und einfach gebaut, wurden aber durch strengere Abgasnormen weitgehend durch Viertakter und Zweitakter mit Direkteinspritzung ersetzt. Das ist nicht nur eine Komfortfrage: In manchen Revieren entscheidet die Abgasstufe darüber, ob ein Motor überhaupt zugelassen wird.

Führerschein, Kennzeichen und Bodensee-Regeln

  • Führerschein: Nach der Sportbootführerscheinverordnung brauchen Sie auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen keine Fahrerlaubnis, wenn die größte nicht überschreitbare Nutzleistung höchstens 11,03 kW (15 PS) beträgt, bei Elektromotoren 7,5 kW im Dauerbetrieb. Maßgeblich ist die Leistung laut Motorpapieren, nicht die Angabe im Inserat. Mehr dazu unter Führerscheinfrei Boot fahren.
  • Kennzeichen: Auf den Binnenschifffahrtsstraßen muss ein Kleinfahrzeug ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen führen, sobald die Antriebsmaschine mehr als 2,21 kW leistet. Wie das funktioniert, erklärt Boot anmelden.
  • Bodensee: Hier gelten strengere Regeln. Ein Schifferpatent ist schon ab mehr als 4,4 kW Pflicht, und Boote mit Motor sind zulassungspflichtig. Für Neuzulassungen und Motorwechsel verlangt die Bodensee-Schifffahrts-Ordnung grundsätzlich Abgasstufe 2; Viertakt-Außenborder bis 59 kW und Zweitakter mit Direkteinspritzung bis 59 kW nach EU-Sportbootrichtlinie (Stage 2) werden anerkannt. Wer für den Bodensee einen Außenborder gebraucht kauft, sollte sich vom Verkäufer das Abgas-Typenprüfzertifikat oder die Konformitätserklärung geben lassen.

Außenbordmotor gebraucht: der Check vor dem Kauf

Ein Außenbordmotor gebraucht ist nur so gut wie seine Pflege. Gehen Sie bei der Besichtigung so vor:

  1. Kaltstart verlangen. Bitten Sie darum, den Motor vorher nicht zu starten. Ein warmer Motor kann Start- und Kompressionsprobleme verdecken.
  2. Serviceheft prüfen. BOOTE nennt als jährliche Arbeiten bei Viertaktern unter anderem Motoröl- und Filterwechsel, Getriebeöl mit neuen Dichtungen, Zündkerzen, Kraftstofffilter und Anoden. Den Impeller empfiehlt das Magazin spätestens alle 50 Betriebsstunden oder einmal jährlich zu tauschen.
  3. Getriebeöl ansehen. Milchiges Öl deutet auf Wasser im Getriebe, Metallspäne auf Verschleiß.
  4. Kontrollstrahl beobachten. Läuft der Motor im Wasser oder mit Spülohren, muss sofort ein kräftiger Kühlwasserstrahl austreten. Fehlt er, ist zuerst der Impeller verdächtig.
  5. Opferanoden kontrollieren. Ist mehr als ein Drittel bis die Hälfte abgetragen, sind sie fällig; stark zerfressene Anoden deuten auf lange vernachlässigte Wartung.
  6. Zündkerze lesen. Rehbraune Elektroden zeigen saubere Verbrennung, tiefschwarze ein zu fettes Gemisch.
  7. Seriennummer abgleichen. Vergleichen Sie die Nummer am Motor mit Rechnung und Papieren; Außenborder sind ein beliebtes Diebesgut.

Der Stundenzähler allein sagt wenig. Wie Sie Betriebsstunden einordnen, steht unter Bootsmotor Betriebsstunden. Wenn Sie Boot und Motor zusammen kaufen, hilft die Gebrauchtboot kaufen Checkliste.

Außenborder zu verkaufen? So kommen Sie zum Motor

Jeder Außenborder zu verkaufen auf dieser Seite stammt von einem privaten Anbieter. Sie verhandeln direkt, ohne Händleraufschlag, tragen aber auch das Risiko selbst. Schreiben Sie Leistung, Schaftlänge, Baujahr, Seriennummer und Wartungsnachweise in den Kaufvertrag. Ein Bootsmotor gebraucht mit unbekannter Vorgeschichte ist nur dann ein gutes Geschäft, wenn Sie ihn laufen gesehen haben.

Was der Motor im Jahr an Wartung, Sprit und Versicherung verursacht, zeigt der Ratgeber Boot Unterhaltskosten. Sie suchen ein komplettes Boot? Dann starten Sie bei Yacht kaufen.

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Häufige Fragen

Bis zu welcher Leistung darf ich einen Außenborder ohne Führerschein fahren?

Auf Binnen- und Seeschifffahrtsstraßen ist kein Sportbootführerschein nötig, wenn die größte nicht überschreitbare Nutzleistung eines Verbrennungsmotors höchstens 11,03 kW (15 PS) beträgt, bei Elektromotoren höchstens 7,5 kW im Dauerbetrieb. Auf dem Bodensee gilt eine eigene Grenze: Dort braucht man schon ab mehr als 4,4 kW ein Schifferpatent.

Braucht mein Boot mit Außenborder ein Kennzeichen?

Auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes ja, sobald die Antriebsmaschine mehr als 2,21 kW leistet. Dann muss das Boot ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen tragen. Auf dem Bodensee gilt eine eigene Zulassungspflicht mit Abgasvorschriften für den Motor.

Welche Schaftlänge brauche ich?

Das hängt von der Höhe des Bootsspiegels ab. Verbreitet sind Kurzschaft mit etwa 15 Zoll (38 cm) und Langschaft mit etwa 20 Zoll (51 cm), für hohe Heckspiegel von Segelbooten gibt es Ultralangschaft mit 25 oder 30 Zoll. Ein falscher Schaft verschlechtert die Fahreigenschaften spürbar.

Woran erkenne ich einen gut gewarteten gebrauchten Außenborder?

An einem geführten Serviceheft, einem kräftigen Kontrollstrahl im Leerlauf, sauberem, nicht milchigem Getriebeöl und einem Impeller, der regelmäßig getauscht wurde. Der Motor sollte kalt anspringen, ohne dass der Verkäufer ihn vorher warmlaufen lässt.

Quellen

  1. Außenbordmotor – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  2. Verordnung über das Führen von Sportbooten (SpFV), § 5 Besondere Regelungen – Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de), abgerufen am 2.10.2026
  3. KlFzKV-BinSch § 1 Begriffsbestimmungen – ELWIS / Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, abgerufen am 2.10.2026
  4. KlFzKV-BinSch § 2 Kennzeichnungspflicht – ELWIS / Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, abgerufen am 2.10.2026
  5. Zulassungsfähigkeit von Motoren/Motorenänderung auf dem Bodensee – Landratsamt Konstanz, Schifffahrtsamt, abgerufen am 2.10.2026
  6. Bodenseeschifferpatent – Landratsamt Bodenseekreis, abgerufen am 2.10.2026
  7. Außenborder warten: Anleitung für Viertakter – BOOTE, abgerufen am 2.10.2026
  8. Ratgeber Gebrauchtbootkauf – so prüfen Sie den Motor richtig – BOOTE, abgerufen am 2.10.2026
  9. 20-PS-Klasse im Test: Welcher Außenborder passt am besten zu Ihrem Boot? – BOOTE, abgerufen am 2.10.2026
  10. Test: Fünf leistungsstarke 6-PS-Außenborder im Vergleich – BOOTE, abgerufen am 2.10.2026
  11. Test: Wie sicher sind Schlösser für Außenbordmotoren? – BOOTE, abgerufen am 2.10.2026