Antifouling: Arten, Kosten, Anleitung
Aktualisiert am · Redaktion yachtkaufen.com
Antifouling ist der Bewuchsschutz für das Unterwasserschiff: eine Beschichtung, die verhindert, dass sich Algen, Seepocken und Muscheln am Rumpf festsetzen. Was nach einer einfachen Wartungsaufgabe klingt, ist inzwischen streng reguliert. Welche Farbe Sie kaufen dürfen, wo Sie sie verwenden dürfen und wie Sie alte Schichten entfernen, regeln EU-Recht, deutsche Verordnungen und teils regionale Vorschriften. Dieser Ratgeber erklärt die Regeln, die Produkttypen, das Vorgehen beim Streichen und Entfernen und zeigt, was Material und Werft kosten.
Alle Preise und Vorgaben stammen aus den Quellen am Ende der Seite und wurden am 2. Oktober 2026 geprüft.
Wozu Antifouling – und wann Sie darauf verzichten können
Bewuchs bremst. Er erhöht den Widerstand, kostet Geschwindigkeit und treibt den Verbrauch. Biozidhaltige Antifoulings lösen deshalb nach und nach Wirkstoffe aus der Beschichtung, die Bewuchsorganismen an der Oberfläche abtöten oder schädigen. Genau das ist das Problem: Die Gifte gelangen direkt und gewollt ins Wasser. Das Umweltbundesamt (UBA) schätzt, dass etwa 19 Prozent der gesamten Kupfereinträge in deutsche Oberflächengewässer aus Beschichtungen von Sportbooten stammen.
Dabei braucht nicht jedes Boot Biozide. Laut UBA liegen 71 Prozent der Sportboot-Liegeplätze in Deutschland in Binnenrevieren, wo Menge und Art des Bewuchses weniger problematisch sind als an Nord- und Ostsee. Das UBA nennt folgende Fälle, in denen Sie unter Umständen auf biozidhaltiges Antifouling verzichten können:
- Das Boot wird regelmäßig gefahren.
- Es fährt nur im Süßwasser.
- Es liegt nur während der Saison im Wasser und wird danach mechanisch gereinigt.
- Es ist nur vorübergehend im Salzwasser und wird danach mechanisch gereinigt.
Als Faustregel formuliert der UBA-Leitfaden: Je kürzer ein Boot im Wasser liegt, je öfter es bewegt wird, je schneller es fährt und je geringer der Bewuchsdruck im Revier ist, desto weniger Biozid braucht es. Typisch ist das kleine Sportboot, das auf dem Trailer steht und nur zum Fahren ins Wasser kommt – wer etwa mit Bayliner VR5 kaufen liebäugelt und so fahren will, sollte vor dem ersten Anstrich prüfen, ob er ihn überhaupt braucht.
Die Rechtslage: Biozid-Verordnung, Zulassung und Verkaufsregeln
EU-Biozid-Verordnung 528/2012
Antifouling-Produkte sind Biozidprodukte der Produktart 21. Sie werden europaweit durch die Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 reguliert. Das Verfahren hat zwei Stufen: Zuerst wird jeder Wirkstoff auf EU-Ebene geprüft und, wenn er ausreichend wirksam und bei sachgemäßer Verwendung vertretbar ist, in die Unionsliste aufgenommen. Danach entscheiden die Mitgliedstaaten über die Zulassung des einzelnen Produkts. In Deutschland ist dafür die Bundesstelle für Chemikalien bei der BAuA zuständig, das UBA bewertet die Umweltrisiken.
Nach Angaben des UBA sind derzeit 11 Antifouling-Wirkstoffe in der EU verkehrsfähig, kupferbasierte Biozide werden besonders häufig eingesetzt. Ausdrücklich verboten sind zinnorganische Verbindungen wie TBT (für EU-Schiffe seit dem 1. Januar 2008), außerdem Cybutryn (Irgarol), das seit dem 31. Januar 2017 nicht mehr verkehrsfähig ist, sowie Terbutryn und Diuron. Produkte mit Tolylfluanid oder Dichlofluanid dürfen nach den EU-Genehmigungen nicht für Boote in Binnengewässern verwendet werden.
Registriernummer und Zulassungsnummer
Biozidhaltiges Antifouling darf in Deutschland nur verkauft und verwendet werden, wenn es eine Nummer trägt:
- Registriernummer (Format N-12345): Produkte, die über die Übergangsregelung gemeldet sind. Das Compass Hartantifouling trägt zum Beispiel die Nummer N-74278.
- Zulassungsnummer (Format DE-0012345-21): Produkte, die das Zulassungsverfahren abgeschlossen haben. Sie ersetzen nach und nach die registrierten Produkte.
Ein Produkt darf so lange verwendet werden, wie es verkehrsfähig ist, eventuell gilt danach eine kurze Übergangsfrist. Prüfen Sie Restdosen aus dem Vorjahr deshalb in den Datenbanken der BAuA, bevor Sie sie aufbrauchen.
Kein Antifouling mehr aus dem Regal
Seit dem 1. Januar 2025 gelten die Abgabevorschriften der Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV). Antifouling-Produkte dürfen nur noch so angeboten werden, dass der Käufer keinen freien Zugriff hat. Vor dem Kauf muss eine sachkundige Person ein Abgabegespräch führen – über Alternativen mit geringem Risiko, die richtige Anwendung, Risiken, Vorsichtsmaßnahmen sowie Lagerung und Entsorgung. Im Online- und Versandhandel muss das vor Vertragsschluss technisch oder organisatorisch sichergestellt sein, etwa per Telefon oder Video. Planen Sie dafür im Frühjahr etwas mehr Zeit ein.
Kupferfrei: Bodensee, Binnenseen und Sonderregeln
Neben dem Bundesrecht gibt es Gewässer mit eigenen Regeln. Ein flächendeckendes deutsches Kupferverbot existiert nicht, aber einige Reviere sind deutlich strenger:
- Wakenitz und Ratzeburger Seen: Seit dem Jahr 2000 sind alle Antifouling-Anstriche verboten, die Biozide ins Wasser abgeben können – unabhängig von der Bootslänge. Das schließt kupferhaltige Farben ein.
- Dümmer und Steinhuder Meer: Nach der Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs (§ 7 Abs. 2) dürfen für Außenanstriche nur Stoffe verwendet werden, die keine schädlichen Veränderungen des Wassers herbeiführen können.
- Hamburger Alster: Das UBA nennt sie mit ähnlichen Beschränkungen.
- Bodensee: Die Bodensee-Richtlinien der Internationalen Gewässerschutzkommission (IGKB), aktuell in der Fassung vom 19. September 2023, legen in Kapitel 6.8 fest: Soweit nach dem Stand der Technik möglich, sind biozide Zusätze in Unterwasseranstrichen zu vermeiden. Die Internationale Wassersportgemeinschaft Bodensee führt laut UBA eine Liste von Produkten ohne Tolylfluanid, Dichlofluanid, Kupferpyrithion, Zinkpyrithion und Zineb. Viele davon enthalten aber Kupfer oder Kupferoxid und sind damit nicht biozidfrei. Wer am Bodensee wirklich kupferfrei fahren will, wählt eine biozidfreie Beschichtung.
Die Richtlinien regeln am Bodensee auch die Reinigung: Im Wasser liegende Boote sind grundsätzlich ohne Reinigungszusätze zu reinigen, mit Reinigungsmitteln nur an Land auf Plätzen mit ordnungsgemäßer Abwasserentsorgung.
Strenger als Deutschland ist Dänemark. Dort sind laut YACHT (März 2025) für Privatboote unter 24 Meter bestimmte Antifoulings verboten: vier Produkte bereits damals, acht weitere seit dem 28. Juni 2025. Die Regeln gelten auch für deutsche Eigner, die dort liegen oder streichen. Wer ein Boot jenseits der Grenze kauft oder überwintert, sollte das vorher klären – mehr dazu unter Boot im Ausland kaufen.
Hartantifouling vs selbstpolierend: die Systeme im Vergleich
Die Wahl zwischen Hartantifouling vs selbstpolierend ist vor allem eine Frage der Nutzung. Die Fachzeitschrift YACHT (Oktober 2025) und die Herstellerangaben ergeben folgendes Bild:
| System | Wirkprinzip | Passt zu | Pflege |
|---|---|---|---|
| Hartantifouling | Biozide in hartem Harz gebunden, waschen aus | Trailerbooten, schnellen Motorbooten, häufigem Kranen | Meist jährlich anschleifen |
| Selbstpolierend (erodierend) | Bindemittel trägt sich bei Fahrt ab, frische Wirkstoffschicht | Booten, die regelmäßig bewegt werden | Überstreichen ohne Schleifen |
| Dünnschicht (PTFE) | Glatte Antihaft-Oberfläche plus Biozid | Trailerbooten, häufigem Kranen | Selbstpolierendes nicht direkt darüber |
| Kupfer-Epoxid | Kupfer in Epoxidharz | Langzeitschutz | Hersteller nennt rund 10 Jahre |
| Biozidfrei (Silikon, Folie, Hartbeschichtung) | Bewuchs haftet schlecht oder wird mechanisch entfernt | Binnenrevieren, schnellen Booten | Regelmäßige Reinigung |
Hartantifouling ist mechanisch belastbar. Compass beschreibt sein Hartantifouling als besonders geeignet für schnelle Motorboote, Propeller, Außenborder und die Wasserlinie, und Hempel empfiehlt sein Hard Racing für Motorboote und Regattayachten. Für Sportboote wie Axopar 28 kaufen, Axopar 37 kaufen oder Cap Camarat 7.5 kaufen liegt diese Wahl nahe, wenn sie dauerhaft im Wasser liegen. Der Nachteil: Die leere Harzmatrix bleibt stehen und muss laut YACHT in der Regel jedes Jahr angeschliffen werden.
Selbstpolierendes Antifouling trägt sich beim Fahren gleichmäßig ab. Solange Farbe da ist, liegt eine frische Wirkstoffschicht an der Oberfläche, und es baut keine dicken Schichten auf. International beschreibt Micron 350 als polierendes Antifouling für mehrere Saisons. Für Yachten, die lange ungenutzt im Hafen liegen, ist es laut YACHT nicht die erste Wahl.
Biozidfreie Systeme wie Silikon-Beschichtungen oder Folien verschlechtern die Haftung, statt Bewuchs abzutöten. Sie brauchen Fahrt, ideal sind laut YACHT etwa sieben bis zehn Knoten, und die weiche Oberfläche ist beim Kranen empfindlich. Biozidfreie Hartbeschichtungen werden mit Bürsten, Reinigungsmatten oder Bootswaschanlagen sauber gehalten.
Für Aluminiumboote gilt: Kupferhaltiges Antifouling darf nicht mit Aluminium in Kontakt kommen, weil Korrosion droht. Darauf weisen Hempel, International und die YACHT übereinstimmend hin – prüfen Sie bei jedem Produkt die Herstellerangabe zum Untergrund.
Antifouling streichen: Schritt für Schritt
Wer sein Antifouling streichen will, sollte zuerst den Arbeitsplatz klären. Be- und Entschichtungsarbeiten sind nur auf hartem, undurchlässigem Boden oder auf einer untergelegten undurchlässigen Plane erlaubt. Der Wasch- oder Reinigungsplatz ist dafür laut UBA kein geeigneter Ort.
- Bestand prüfen: Welches System ist auf dem Rumpf? Selbstpolierende Farben wie Compass Cruising lassen sich laut Hersteller auf die meisten Antifoulings auftragen, wenn diese in gutem Zustand sind, aber nicht auf PTFE-Antifouling. Bei schlechtem Altanstrich empfiehlt Hempel, die alten Schichten zu entfernen und neu zu grundieren.
- Reinigen: Salz, Schmutz und Bewuchs entfernen, lose Farbe abnehmen.
- Wetter abwarten: Einkomponenten-Produkte brauchen laut YACHT meist mindestens 5 Grad Untergrundtemperatur, Zwei-Komponenten-Primer oft 12 Grad. Der Rumpf sollte mindestens so warm sein wie die Luft, besser drei Grad wärmer – sonst kondensiert Feuchtigkeit und die Farbe haftet schlecht. Starten Sie deshalb nicht morgens, sondern nach dem Tagesmaximum, und lagern Sie die Dosen zu Hause bei 15 bis 20 Grad.
- Menge berechnen: International rechnet die Fläche als Länge über alles × Breite × 0,85. Ein Boot mit 10 × 3,50 Metern hat damit knapp 30 m² Unterwasserfläche.
- Auftragen: Pinsel oder Rolle sind laut UBA zu bevorzugen, Spritzen ist bei den genannten Produkten professionellen Anwendern vorbehalten. Tragen Sie nicht mehr auf als vom Hersteller empfohlen. Compass empfiehlt bei Cruising zwei Schichten pro 12 Monate, Hempel bei Classic zwei Schichten mit je 40 µm Trockenschichtdicke.
- Farbwechsel nutzen: Streichen Sie bei selbsterodierenden Produkten die zweite Schicht in einer anderen Farbe. Wird die untere Farbe sichtbar, wissen Sie, wo nachgestrichen werden muss.
- Trocknen lassen: Hempel nennt für Classic und Hard Racing vor dem Überstreichen oder Zuwasserlassen mindestens 8 Stunden bei 10 °C und 4 Stunden bei 20 °C. Compass-Produkte können bis zu 6 Monate vor dem Zuwasserlassen aufgetragen werden.
Tragen Sie langärmelige Kleidung, Handschuhe und bei Schleifarbeiten eine Staubmaske. Und warten Sie mit dem Neuanstrich so lange wie möglich – das schont laut UBA Umwelt und Geldbeutel.
Altes Antifouling entfernen
Spätestens wenn sich Schichten ablösen oder Sie das System wechseln, muss das alte Antifouling herunter. Der UBA-Leitfaden gibt dafür klare Empfehlungen:
- Schleifen nur mit Absaugung. Schleifmaschinen ohne Absaugvorrichtung verteilen biozidhaltigen Staub in der Umgebung.
- Ohne Absauggerät kratzen. Verwenden Sie Ziehklingen, idealerweise mit Anschluss für einen Staubsauger.
- Nicht bei Wind arbeiten.
- Alles auffangen. Farbreste, Schleifstaub, leere Dosen, Bewuchsreste sowie Pinsel, Lappen und Planen sind gefährlicher Abfall. Werkzeug nie mit Wasser oder im Gewässer auswaschen.
Eine Alternative zum Schleifen sind Abbeizer. Der YC Antifouling Stripper kostet bei Compass 69,99 Euro für 2,5 Liter und greift laut Anbieter weder Gelcoat noch Zwei-Komponenten-Primer an. Wer das Unterwasserschiff ohnehin bis auf das Laminat öffnet, sollte die Gelegenheit nutzen, den Rumpf auf Blasen zu prüfen – Hintergründe im Ratgeber Osmose Boot.
Für die Reinigung zwischendurch gilt: Ein Boot mit biozidhaltiger Beschichtung im Wasser zu reinigen ist erlaubnispflichtig. Bei biozidfreien Beschichtungen darf Weichbewuchs wie Algen und Schleim ins Wasser, harter Bewuchs nur mit Erlaubnis der Wasserbehörde und aufgefangen. An Land muss das Abwasser auf befestigtem Grund gesammelt und entsorgt werden.
Antifouling Kosten: Material und Werft
Was die Antifouling Kosten ausmacht, hängt davon ab, ob Sie selbst streichen oder streichen lassen. Material-Preise bei Compass (0,75-Liter-Dosen, Stand 2. Oktober 2026):
| Produkt | Typ | Preis 0,75 l |
|---|---|---|
| Hempel Antifouling Classic | polierend | 23,99 € |
| Compass Antifouling Cruising | selbstpolierend | 29,99 € |
| Compass Hartantifouling | hart | 39,99 € |
| Hempel Mille NCT | selbstpolierend | 39,99 € |
| Hempel Hard Racing TecCel | hart | 39,99 € |
| Compass Marine Shield 30 | biozidfrei | 39,95 € |
| International Micron 350/300 | polierend | 54,99 € |
| International VC Offshore EU | hart | 59,99 € |
Beispiel Selbermachen: Ein Boot mit 10 × 3,50 Metern hat nach der International-Formel rund 29,75 m² Unterwasserfläche. Zwei Schichten ergeben 59,5 m². Bei einer praktischen Ergiebigkeit von 9 m² pro Liter (Compass, Rolle/Pinsel) brauchen Sie etwa 6,6 Liter, also neun 0,75-Liter-Dosen. Mit Compass Cruising sind das rund 270 Euro, mit International Micron 350 rund 495 Euro. Dazu kommen Rollen, Abklebeband, Schutzkleidung und eventuell Primer.
Beispiel Werft: Das Rhein-Main Bootscenter berechnet 2026 für zwei Lagen Antifouling bei Booten bis 2,5 Meter Breite 170 Euro pro laufendem Meter Wasserlinie, inklusive Ab- und Aufladen und Mehrwertsteuer. Bei 6 Metern Wasserlinie sind das 1.020 Euro. Ein kompletter Aufbau mit Osmoseschutz – säubern, schleifen, fünf Lagen Epoxy-Primer, zwei Lagen Antifouling – kostet dort 380 Euro pro Meter. Arbeiten nach Aufwand rechnet der Betrieb mit 114,24 Euro pro Stunde ab, die Rumpfreinigung kostet 70 Euro bis 9 Meter Bootslänge.
Antifouling ist nur ein Posten im Jahresbudget. Wie er sich mit Liegeplatz, Winterlager und Versicherung zusammensetzt, zeigt der Ratgeber Boot Unterhaltskosten. Viele Eigner streichen im Winterlager – was der Platz an Land kostet, steht unter Winterlager Boot Kosten.
Fazit
Gutes Antifouling beginnt mit der Frage, ob Sie überhaupt Biozide brauchen. Im Binnenland lautet die Antwort oft nein, an einigen Seen ist die Antwort durch Verordnung bereits vorgegeben. Wer biozidhaltige Farbe braucht, wählt das System nach Nutzung, kauft nur registrierte oder zugelassene Produkte und arbeitet auf undurchlässigem Grund mit Absaugung. Wenn Sie ein Motorboot suchen, dessen Unterwasserschiff in gutem Zustand ist, finden Sie Angebote unter Motorboot kaufen – oder hinterlegen Sie Ihren Wunsch unter Boot gesucht.
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Häufige Fragen
Brauche ich auf einem Binnensee überhaupt Antifouling?
Oft nicht. Laut Umweltbundesamt liegen 71 Prozent der Sportboot-Liegeplätze in Deutschland im Binnenland, wo der Bewuchsdruck geringer ist als an Nord- und Ostsee. Wer regelmäßig fährt, nur in der Saison im Wasser liegt und den Rumpf mechanisch reinigt, kann nach UBA-Empfehlung häufig auf biozidhaltige Farbe verzichten.
Ist kupferhaltiges Antifouling am Bodensee verboten?
Ein generelles Kupferverbot gibt es dort nicht. Die Bodensee-Richtlinien der IGKB verlangen, biozide Zusätze in Unterwasseranstrichen zu vermeiden, soweit das nach dem Stand der Technik möglich ist. Strikter sind die Wakenitz und die Ratzeburger Seen: Dort sind seit 2000 alle Anstriche verboten, die Biozide ins Wasser abgeben.
Was ist besser: Hartantifouling oder selbstpolierendes Antifouling?
Das hängt von der Nutzung ab. Hartantifouling ist mechanisch robust und passt zu Trailerbooten und schnellen Motorbooten, muss aber meist jedes Jahr angeschliffen werden. Selbstpolierende Farben erneuern ihre Oberfläche bei Fahrt und lassen sich ohne Schleifen überstreichen; sie eignen sich für Boote, die regelmäßig bewegt werden.
Wie viel Antifouling brauche ich für mein Boot?
Der Hersteller International rechnet die Unterwasserfläche als Länge über alles mal Breite mal 0,85. Bei einem 10 × 3,50 Meter großen Boot sind das knapp 30 Quadratmeter pro Schicht. Bei einer praktischen Ergiebigkeit von 9 m² pro Liter brauchen Sie für zwei Schichten rund 6,6 Liter.
Was kostet es, Antifouling streichen zu lassen?
Das Rhein-Main Bootscenter berechnet 2026 für zwei Lagen Antifouling bei Booten bis 2,5 Meter Breite 170 Euro pro laufendem Meter Wasserlinie inklusive Mehrwertsteuer. Ein Aufbau mit fünf Lagen Epoxy-Primer und zwei Lagen Antifouling kostet dort 380 Euro pro Meter.
Kann ich Antifouling noch online kaufen?
Ja, aber nicht mehr per Klick in den Warenkorb wie früher. Seit dem 1. Januar 2025 dürfen Antifouling-Produkte nach der Biozidrechts-Durchführungsverordnung nicht mehr in Selbstbedienung angeboten werden, und vor dem Kauf ist ein Abgabegespräch mit einer sachkundigen Person Pflicht – im Versandhandel etwa per Telefon oder Video.
Wie entsorge ich alte Antifouling-Reste?
Farbreste, leere Dosen, Schleifstaub, Bewuchsreste sowie Pinsel, Lappen und Planen gehören nach dem UBA-Leitfaden in den gefährlichen Abfall. Sie dürfen weder ins Gewässer noch ins Abwasser gelangen. Fragen Sie beim Hafen, beim Wertstoffhof oder beim örtlichen Entsorger nach der Sammelstelle.
Quellen
- Antifouling im Wassersport: Tipps zum umweltschonenden Umgang – Umweltbundesamt, abgerufen am 2.10.2026
- Antifouling im Wassersport – Was ist das Beste für Mensch, Umwelt und Ihr Boot? (Leitfaden) – Umweltbundesamt, abgerufen am 2.10.2026
- Antifouling im Wassersport – Leitlinien für eine gesundheits- und umweltverträgliche Verwendung (Faltblatt) – Umweltbundesamt, abgerufen am 2.10.2026
- Antifouling-Produkte – Umweltbundesamt, abgerufen am 2.10.2026
- Biozidrechts-Durchführungsverordnung (ChemBiozidDV) – Bundesministerium der Justiz, abgerufen am 2.10.2026
- Bodensee-Richtlinien 2005 (Stand 19. September 2023) – Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB), abgerufen am 2.10.2026
- Bewuchsschutz: Alles über Antifouling-Systeme – YACHT (Delius Klasing), abgerufen am 2.10.2026
- Selbstbedienungsverbot: Der Kauf von Antifouling wird kompliziert – YACHT (Delius Klasing), abgerufen am 2.10.2026
- Dänemark: Teilweises Verbot für biozidhaltige Antifouling-Anstriche (Update) – YACHT (Delius Klasing), abgerufen am 2.10.2026
- Winterlager: Warum der Taupunkt bei der Verarbeitung von Antifouling und Lack wichtig ist – YACHT (Delius Klasing), abgerufen am 2.10.2026
- Wieviel Antifouling brauche ich? – International (AkzoNobel), abgerufen am 2.10.2026
- Antifouling – Produktseiten (Compass, Hempel, International, YC) – Compass24, abgerufen am 2.10.2026
- Preise & Pakete – Rhein-Main Bootscenter Winkel & Rehorst, abgerufen am 2.10.2026