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Wer eine Dehler kaufen möchte, sucht meist eine schnelle Fahrtenyacht mit Regatta-Genen. Die deutsche Marke hat das Segment der Performance-Cruiser maßgeblich geprägt und baut heute unter dem Dach der HanseYachts AG in Greifswald. Hier erfahren Sie, wie sich die Werft entwickelt hat, welche Modelle wichtig sind und worauf Sie bei einer Dehler gebraucht achten sollten.

Werftgeschichte: von Freienohl nach Greifswald

Die Marke geht auf die Brüder Willi und Heinz Dehler zurück. Der Elektroingenieur Willi Dehler setzte früh auf glasfaserverstärkten Kunststoff. 1963 zeigte er in Freienohl im Sauerland sein erstes Jollen-Modell auf einer Messe und erhielt rund 50 Bestellungen. Mitte der 1960er-Jahre folgte mit der Varianta das erste Kielboot, gezeichnet von E. G. van de Stadt. Bis 1982 entstanden davon rund 4.000 Exemplare. Später kamen Optima, Sprinta und Delanta hinzu.

In den 1980er-Jahren schuf Dehler mit der DB1 und der 1986 vorgestellten Dehler 34 das, was heute Performance-Cruiser heißt: komfortable Fahrtenyachten, die trotzdem Regatten gewinnen. Ab Mitte der 1990er arbeitete die Werft mit Judel/Vrolijk & Co zusammen.

Es folgten unruhige Jahre. 1998 meldete Dehler erstmals Insolvenz an, die Werft ging an die niederländische Neptunus-Gruppe und 2004 an einen weiteren Eigentümer. In der Finanzkrise kam die zweite Insolvenz, 2009 übernahm HanseYachts die Marke. 2012 wurde das Werk in Freienohl geschlossen und die gesamte Produktion nach Greifswald verlegt.

Die Modelle im Überblick

Das aktuelle Programm umfasst nach Werftangaben fünf Modelle, alle von Judel/Vrolijk & Co:

  • Dehler 30 One Design: 2019 vorgestellte Regattayacht für Einhand- und Zweihand-Offshore-Rennen, European Yacht of the Year 2020 in der Kategorie Regattayachten.
  • Dehler 34: Die Neuauflage des Klassikers, gebaut seit 2016, als Cruising- und Competition-Version. Details unter Dehler 34 kaufen.
  • Dehler 38 SQ: Die Dehler 38 kam 2013 als erstes Modell aus Greifswald und wurde European Yacht of the Year 2014 in der Kategorie Performance Cruiser. Seit 2020 heißt die überarbeitete Version 38 SQ. Mehr unter Dehler 38 kaufen.
  • Dehler 42: Premiere auf der boot Düsseldorf im Januar 2016. Siehe Dehler 42 kaufen.
  • Dehler 46 SQ: Das Flaggschiff der aktuellen Reihe.

Auf dem Gebrauchtmarkt finden Sie zusätzlich die älteren Baureihen: Varianta, Optima und Sprinta aus den Anfangsjahren, die klassische Dehler 34 von 1986 sowie die Judel/Vrolijk-Modelle aus Freienohl wie die Dehler 29 von 1997.

Dehler gebraucht: was die Marke auf dem Markt ausmacht

Eine Dehler Yacht spricht vor allem Segler an, die Wert auf Leistung legen und trotzdem mit Familie fahrtensegeln wollen. Das spiegelt sich auch im Gebrauchtmarkt wider: Viele Boote wurden regattamäßig ausgerüstet, etwa mit Competition-Paket, tieferem Kiel oder Carbonmast. Das bringt Tempo, verlangt aber einen genauen Blick auf den Zustand von Rigg und Segeln.

Für den Kauf ist die Baugeschichte wichtig. Boote aus Freienohl, Boote aus der Zeit der wechselnden Eigentümer und Boote aus Greifswald unterscheiden sich in Konstruktion und Ausbau deutlich. Prüfen Sie deshalb besonders:

  • Baujahr und Werft: Wo und unter welchem Eigentümer wurde das Boot gebaut? Davon hängt ab, wie gut Ersatzteile und Unterlagen zu bekommen sind.
  • Kiel und Ruder: Bei Performance-Yachten mit tiefen Kielen sind Kielbolzen, Kielstummel und Ruderlager Pflichtpunkte, vor allem nach Grundberührungen.
  • Rigg und Segel: Alter des stehenden Guts und Zustand der Regattasegel.
  • Regatta-Vorgeschichte: Intensiv gesegelte Boote zeigen mehr Verschleiß an Winschen, Beschlägen und Struktur.

Ein unabhängiges Gutachten ist bei jeder gebrauchten Dehler sinnvoll. Weitere Werften und Bootsgrößen finden Sie in der Kategorie Segelyacht kaufen.

Modellübersicht

Häufige Fragen

Wo werden Dehler-Yachten heute gebaut?

Seit 2012 läuft die gesamte Produktion bei HanseYachts in Greifswald an der Ostsee. Vorher wurden Dehler-Yachten jahrzehntelang in Freienohl im Sauerland gebaut.

Wer konstruiert die Dehler-Yachten?

Die aktuellen Modelle stammen vom Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk & Co, mit dem Dehler seit Mitte der 1990er-Jahre zusammenarbeitet. Frühe Klassiker wie Varianta und Sprinta wurden von E. G. van de Stadt gezeichnet.

Gehört Dehler zu Hanse?

Ja. HanseYachts hat Dehler 2009 nach der zweiten Insolvenz übernommen. Dehler ist seitdem eine eigenständige Marke der HanseYachts AG mit Fokus auf Performance-Cruiser.

Quellen

  1. The Dehler History – Dehler / HanseYachts AG, abgerufen am 2.10.2026
  2. Dehler Yachts – Wikipedia, abgerufen am 2.10.2026
  3. Sailing yachts – Modellübersicht – Dehler / HanseYachts AG, abgerufen am 2.10.2026
  4. Dehler 34: Ein Schiff, viele Möglichkeiten – YACHT, abgerufen am 2.10.2026
  5. Bootsbau: Dehler bringt neue alte 38 – YACHT, abgerufen am 2.10.2026
  6. Dehler 42 – Yachting Monthly, abgerufen am 2.10.2026