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20-tägige Kanaren-Reise der „Mein Schiff 3“ nach Havarie abgesagt

· Yacht kaufen Redaktion · 4 Min. Lesezeit

Silhouette einer Segelyacht im Wasser bei Sonnenuntergang.
Christine Matthews / Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Das Wichtigste in Kürze

  • 20-tägige Kanaren-Reise nach der Havarie abgesagt
  • Polizei ermittelt im Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Kapitän
  • Schaden laut Polizei in Millionenhöhe; keine Verletzten und kein Wassereinbruch

Das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 3“ sollte am Sonntagabend, dem 25. Oktober 2026, mit 2.428 Gästen und 922 Crewmitgliedern zu einer 20-tägigen Kanaren-Reise auslaufen. Bei starkem Wellengang wurde das 2014 in Dienst gestellte Schiff nach Polizeiangaben um 17.30 Uhr von einer Böe erfasst und gegen zwei an der Stromkaje festgemachte Containerschiffe gedrückt; die Reise wurde abgesagt.

Die Polizei hat gegen den Kapitän ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Welche Schäden sind an den drei Schiffen entstanden?

Die „Mein Schiff 3“ wurde erheblich beschädigt (WEB.DE News). Betroffen waren unter anderem Rettungsboote und zugehörige Krane, die Außenhaut, Relings, Glasscheiben und Teile der Brücke (ndr.de).

  • Das größere Containerschiff MSC Victorine erhielt einen rund zehn Meter langen Riss in der Bordwand. Polizeiangaben zufolge wurde die Backbordseite auf mehrere Meter aufgerissen und die Containerführungen wurden deformiert.
  • Am kleineren Containerschiff MSC Anne F entstand ein leichter Schaden.
  • An der „Mein Schiff 3“ waren nach Angaben der Polizei Rettungsboote, die dazugehörigen Krane und die Außenhaut beschädigt.

Die Schäden an der MSC Victorine und an der „Mein Schiff 3“ lagen mehrere Meter über der Wasserlinie. Bei keinem der drei Schiffe kam es zum Wassereinbruch, und niemand wurde verletzt. Die „Mein Schiff 3“ fuhr nach dem Unfall zum Kreuzfahrterminal zurück. Für alle drei beteiligten Schiffe wurde ein Auslaufverbot ausgesprochen.

Welche Werft übernimmt die Reparatur?

Direkt nach dem Unfall waren Technikexperten an Bord gegangen, um den Schaden zu untersuchen. Sie stellten fest, dass das Schiff kurzfristige Reparaturarbeiten in einer Werft benötigt. Als Ort der Reparatur nennt HANSA die Lloyd Werft in Bremerhaven.

Ein Reparaturtermin wurde nicht genannt. Auch ein belastbarer Umfang der Ausfallzeit ist noch nicht bekannt. Die Reederei hatte bereits am Montagmorgen die Gäste unterrichtet; der Kapitän dankte ihnen für ihre Ruhe und Geduld nach dem Unfall. Für die Gäste war die Organisation ihrer Abreise beziehungsweise Heimreise vorgesehen.

Die betroffene Route war für den Zeitraum vom 25 (Schiffe und Kreuzfahrten). Oktober bis 14. November 2026 geplant. Sie hätte von Bremerhaven über La Coruna, Leixões/Porto, Lissabon, Funchal auf Madeira, San Sebastián auf La Gomera, Santa Cruz auf Teneriffa, Arrecife auf Lanzarote, Las Palmas auf Gran Canaria und Agadir zurück nach Bremerhaven geführt. Wegen der festgestellten Schäden wurde die gesamte Reise abgesagt.

Wie hoch ist der Schaden und wer trägt die Verantwortung?

Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf eine Millionensumme (buten un binnen). Eine Aufteilung zwischen der „Mein Schiff 3“, dem größeren und dem kleineren Containerschiff wurde nicht veröffentlicht. Ebenso liegen keine Angaben zu den Kosten der Reparaturen oder zu Versicherungsleistungen vor.

Gegen den Kapitän wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Eine Polizeisprecherin erklärte, es werde geprüft, ob er gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen habe. Nähere Angaben dazu, worauf sich ein möglicher Verstoß konkret beziehen könnte, gab die Polizei zunächst nicht bekannt.

Zum Unfallzeitpunkt herrschten laut mehreren Wetterportalen Windgeschwindigkeiten um 40 Kilometer pro Stunde, meteorologische Stationen registrierten Sturmböen von bis zu 95 Kilometern pro Stunde. Die Polizei sprach von einer Böe, die das Kreuzfahrtschiff erfasste.

"Die Verantwortung trägt immer der Kapitän, der Lotse ist lediglich Berater" — Stephan Berger, Leiter der Port Authority Bremen

Die Wasserschutzpolizei führt die weiteren Ermittlungen fort.

Welche Folgen haben der Unfall und die Reparatur?

Ob weitere für dieses Jahr geplante Reisen mit der „Mein Schiff 3“ nach der Reparatur stattfinden können, war laut Reederei zunächst unklar (Hansa-Online). Das Schiff bietet insgesamt Platz für 2.506 Passagiere und verfügt unter anderem über ein Schiffskrankenhaus mit Bordapotheke. Zunächst konnten alle 2.428 Gäste an Bord bleiben.

Auch die beiden Frachtschiffe müssen vor einem erneuten Auslaufen untersucht und instand gesetzt werden. Die MSC Victorine dürfte vor Abfahrt die Freigaben von der Klassifizierungsgesellschaft und dem Flaggenstaat benötigen; für die MSC, zu der auch die MSC Anne F gehört, ist nach dem Bericht ebenfalls ein Reparaturplan erforderlich.

Auf den Hafenumschlag in Bremerhaven hatte der Unfall zunächst keine Auswirkungen (live.deutsche-boerse.com).

TUI Cruises erklärte, die Sicherheit von Gästen und Crew habe höchste Priorität. Die Reederei kümmerte sich darum, die Betroffenen bestmöglich zu informieren und zu betreuen; die Reiseabsage sei die einzig verantwortungsvolle Entscheidung gewesen.

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Quellen

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