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Wer eine Cranchi kaufen möchte, entscheidet sich für eine der ältesten Bootsbauerfamilien Italiens: Die Werft vom Comer See ist seit 1870 als Unternehmen eingetragen und bis heute in Familienhand. Diese Seite zeigt, woher Cranchi kommt, welche Modellreihen es gibt und worauf Sie achten sollten, wenn Sie eine Cranchi gebraucht suchen. Aktuelle Inserate finden Sie direkt darunter.
Werftgeschichte: vom Holzbootbau am Comer See zur Serienwerft
Die Geschichte beginnt in der Werkstatt von Giovanni Cranchi in San Giovanni di Bellagio am Comer See, wo im 19. Jahrhundert die ersten Holzboote entstanden. Als offizielles Gründungsjahr nennt die Werft 1870, das Jahr der Eintragung als Bootsbaubetrieb. 1932 verlegte ein Enkel des Gründers, ebenfalls Giovanni Cranchi, den Betrieb nach Brienno am Westufer des Sees und baute ihn zu einer richtigen Werft aus.
Den Schritt zur modernen Serienfertigung machte Aldo Cranchi. 1970, hundert Jahre nach der Gründung, stieg Tullio Monzino als Partner ein, und die Produktion zog ins nahe Veltlin. In Piantedo entstand das erste Werk. Das dort entwickelte Fertigungssystem nennt die Werft bis heute „Metodo Piantedo“.
Heute arbeitet Cranchi an zwei Standorten: Am Hauptsitz in Piantedo (Werk 1) werden Boote bis 50 Fuß gebaut, im Werk Seventy entstehen Yachten bis 80 Fuß. Die Werft ist unabhängig geblieben und gehört weiterhin den Familien Cranchi und Monzino. Seit 2016 arbeitet Cranchi beim Design mit dem Parmaer Designer Christian Grande zusammen.
Die Modellreihen im Überblick
Das aktuelle Programm umfasst nach Werftangaben 14 Yachten in mehreren Linien:
- E26: Der kleine Einstieg, als E26 Classic und mit Außenborder (E26 O/B).
- Z35: Klassischer offener Sportkreuzer mit zwei Kabinen, Weltpremiere 2015 beim Cannes Yachting Festival. Mehr dazu unter Cranchi Z35 kaufen.
- A-Linie (Aria): Offene und sportliche Boote vom A32 über A46 Luxury Tender, A47 und A48 bis zum A64, teils mit Außenbordern.
- Marea: Das Hardtop-Modell M44 HT.
- Orizzonte: Die Flybridge-Yachten Sessantadue 62, Sessantasette 67 (auch als Corsa) und Settantotto 78.
Dazu kommen zahlreiche ältere Baureihen, die nur noch gebraucht zu haben sind. Am bekanntesten ist der Sportkreuzer Zaffiro 34, der von 1997 bis 2011 gebaut und 2003 überarbeitet wurde. Laut Motor Boat & Yachting verkaufte Cranchi davon zehn Jahre lang rund 150 Boote pro Jahr. Mit dem Eco Trawler 43 hatte die Werft zeitweise auch eine Trawler-Linie im Programm, die 2015 als European Powerboat of the Year ausgezeichnet wurde.
Cranchi gebraucht: was die Marke auf dem Markt ausmacht
Die Stärke von Cranchi liegt seit Jahrzehnten bei mittelgroßen Sportkreuzern. Diese Boote wurden in großen Stückzahlen gebaut und tauchen entsprechend oft auf dem Gebrauchtmarkt auf. Wer eine Cranchi Yacht sucht, hat deshalb meist mehrere Baujahre und Ausstattungen zur Auswahl.
Testberichte loben regelmäßig die Verarbeitung im Innenraum: hochwertiges Holz, gut gedämpfte Türen, mit GFK ausgekleidete Stauräume und durchdachte Details wie die Schlauchtrommel im Heck. Typische Kritik betrifft den engen Motorraum mancher Modelle. Beim Z35 etwa ist nach dem Test von Motor Boat & Yachting für große Reparaturen kaum Platz, und die offenen Sportkreuzer sind eher Schönwetterboote.
Vor dem Kauf einer gebrauchten Cranchi sollten Sie besonders prüfen:
- Antrieb: Sportkreuzer wie der Z35 fahren mit zwei Volvo-Penta-Dieseln und Z-Antrieben. Wartungshistorie, Faltenbälge und Zustand der Antriebe gehören zur Pflichtprüfung.
- Motorraum: Wie gut sind Motoren, Filter und Pumpen erreichbar? Das beeinflusst die Werkstattkosten deutlich.
- Modellstand: Bei älteren Reihen wie dem Zaffiro 34 unterscheiden sich Boote vor und nach Facelifts in Ausstattung und Innenausbau.
- Herkunft und Steuerstatus: Boote aus dem Ausland, etwa aus der Schweiz, brauchen klare Papiere zur Mehrwertsteuer und Verzollung.
Ein unabhängiges Gutachten mit Probefahrt lohnt sich bei jedem Cranchi. Einen Überblick über andere Werften und Größen finden Sie in der Kategorie Motoryacht kaufen.
Modellübersicht
Häufige Fragen
Wo werden Cranchi-Boote gebaut?
Hauptsitz und Werk 1 liegen in Piantedo in der Provinz Sondrio, nahe dem Nordende des Comer Sees. Dort entstehen Boote bis 50 Fuß. Die großen Yachten bis 80 Fuß baut Cranchi im separaten Werk Seventy.
Wem gehört Cranchi?
Die Werft ist unabhängig und gehört bis heute der Familie Cranchi gemeinsam mit der Familie Monzino, die 1970 eingestiegen ist. Ein Konzern steht nicht dahinter.
Welcher Cranchi ist auf dem Gebrauchtmarkt am häufigsten?
Sehr verbreitet sind die mittelgroßen Sportkreuzer. Der Zaffiro 34 wurde laut Motor Boat & Yachting rund 14 Jahre lang gebaut, sein Nachfolger Z35 kam 2015 auf den Markt. Beide gehören zu den typischen Einstiegsbooten in die Marke.
Quellen
- Heritage – Cantiere Nautico Cranchi S.p.A., abgerufen am 2.10.2026
- Metodo Piantedo – Cantiere Nautico Cranchi S.p.A., abgerufen am 2.10.2026
- Shipyards – Cantiere Nautico Cranchi S.p.A., abgerufen am 2.10.2026
- Cranchi Yachts – Startseite und Flotte – Cantiere Nautico Cranchi S.p.A., abgerufen am 2.10.2026
- Cranchi Zaffiro 34 used boat review: A thing of beauty – Motor Boat & Yachting, abgerufen am 2.10.2026
- Cranchi Z35 review – Motor Boat & Yachting, abgerufen am 2.10.2026
- Cranchi Yachts teams up with Christian Grande Design – Motor Boat & Yachting, abgerufen am 2.10.2026
- Z35 – Cantiere Nautico Cranchi S.p.A., abgerufen am 2.10.2026